Montag, Oktober 03, 2016

Campingurlaub in Frankreich - Der versprochene Bericht

Nachdem nun etwas Zeit vergangen ist und wir inzwischen wieder urlaubsreif sind ;) möchte ich Euch nun endlich den versprochenen Bericht zu unserem Urlaub schreiben.
Die längere Zeit bis jetzt war notwendig, um den anfänglichen Ärger über Dinge, die nicht so optimal gelaufen sind, zu vergessen und einen Bericht verfassen zu können, der sich auf die wesentlichen Dinge konzentriert.
Mit 6 Leuten etwas zu unternehmen ist immer ein Abeneuer.
Was in der Kleinfamilie ein spontaner Wochenendausflug ist, erfordert in der Großfamilie oft schon weitreichende Planung. Ein Urlaub ist da nicht nur finanziell sondern auch in logistisch eine ganz besondere Herausforderung.

Nachdem wir zuvor fast endlose Stunden im Internet verbracht haben, auf der vergeblichen Suche nach einer Ferienwohnung/einem Ferienhaus, welches in der Ferienzeit der Kinder verfügbar und noch dazu bezahlbar wäre mussten wir uns etwas anderes überlegen. Zwar wären einige Häuser frei gewesen, diese waren aber oft zu klein (bis 4 Personen) oder für 6 Personen einfach nicht bezahlbar.
Also entschlossen wir uns dazu, wieder auf einen Campingplatz zu fahren.
Wir haben das erst vor ein paar Jahren das erste Mal ausprobiert, als wir eher zufällig von fest aufgebauten Bungalows und Mobilheime erfahren haben, die man vergleichsweise günstig anmieten kann, wenn man kein(en) eigenes Zelt oder Wohnwagen hat. Die Kinder waren damals hellauf begeistert und fanden schnell Anschluss, so dass auch wir als Eltern schnell etwas Ruhe und Erholung fanden. Das Mobilheim hatte zudem den Vorteil, dass es abschließbar war und darüber hinaus Toilette, Küche und Dusche bereitstellte. Eben wie eine kleine Ferienwohnung auf etwa 20m².

Ein wenig aus der Not heraus - Die Mobilheime waren auf den Campingplätzen die für uns in Frage kamen nicht mehr verfügbar - wagten wir das Abenteuer ein Zelt zu buchen. Auch hier gab es eine Campingküche und richtige Betten, sowie Steckdosen um Handies aufzuladen bzw. für elektrisches Licht im Zelt. Anders als im Mobilheim, mussten wir uns hier aber auf den Weg machen, wenn wir Wasser zum Kochen brauchten, Abspülen wollten, oder um Toiletten und Duschen zu nutzen.
Okay, ist ein Abenteuer, dachten wir uns machten die Buchung fertig.
Wir hatten uns einen Campingplatz in Frankreich ausgesucht - Domaine de Chalain am Lac de Chalain - Hier waren noch Bungalowzelte verfügbar und die Gegend schien im Internet sehr vielseitig und interessant zu sein. Um die Fahrtzeit zu verkürzen, entschlossen wir uns zu einem Zwischenstop mit Übernachtung in Lindau (Campingplatz Gitzweiler Hof), ebenfalls im Bungalowzelt.
Leider stand uns aufgrund unserer Familienkonstellation (Absprache mit zwei anderen Elternteilen, Urlaubssprerren in der Arbeit, ...) nur eine Woche gemeinsamer Urlaub zur Verfügung, die wir bestmöglich ausnutzen wollten.

Die Plätze waren schnell gebucht und nun fingen schon die Schwierigkeiten an. 6 Personen, viele Klamotten, 1 Auto, das kurz vor dem Urlaub noch anfing Probleme zu machen.
Glücklicherweise konnte ich von einem Arbeitskollegen eine alte Dachbox fürs Auto übernehmen, musste mir also nur noch die Dachträger besorgen. Das ging relativ günstig und problemlos. Das Auto ließ nach und nach, etwa im Wochenrythmus, mal sämtliche Warnlampen aufleuchten, ohne dass die Werkstatt etwas finden konnte. Vermutlich war es einfach nur genauso aufgeregt wie wir.
Beunruhigend wars aber doch irgendwie.

Da wir im Auto selbst so gut wie keinen Platz für weiteres Gepäck hatten, bekam jedes Kind vor Abfahrt eine Tüte, für Kleidung und das, was unbedingt mit sollte. Das musste reichen. Da es aber letztlich nur 5 Tage waren, ging das bei allen ganz gut. Diese Tüten verstauten wir in der Dachbox, dazu Bettwäsche und Handtücher für den Campingplatz (wir hätten diese auch dazubuchen können, wollten aber hier sparen, zumal es für beide Campingplätze separat berechnet worden wäre). Im Auto war dann so noch ausreichend Platz für die Kühlbox mit Getränken und Essen für die Fahrt und es musste niemand fürchten allzu eingeengt sitzen zu müssen.

Füttern eines Berberaffens
am Affenberg Salem
Die Fahrt nach Lindau hätte normalerweise etwa 2-3 Stunden gedauert. Durch die sehr windanfällige Dachbox und etliche Staus dauerte es etwas länger und wir waren nach ungefähr 5 Stunden am ersten Ziel. Als Überraschung für alle Kinder fuhren wir an Lindau vorbei nach Salem. Hier ist nicht nur ein sehr gutes Internat zu Hause, sondern auch der Affenberg. Für knapp 30 Euro (Familienkarte + ein Kind über 15) hatten wir hier alle die Möglichkeit, Berberaffen ganz aus der Nähe zu beobachten und zu füttern. Hierzu bekommt jeder Besucher kurz hinter dem Eingang eine Hand voll Popcorn, das die Affen dann mehr oder weniger begeistert aus der Hand fressen.
Auch wenn es sehr heiß war, als wir vor dem Eingang fast eine halbe Stunde in der Schlange standen, das Füttern der Affen etwas schwierig war, weil doch irgendwie fast immer viele andere Leute vor einem standen und auch das angeschlossene Wildfreigehege aufgrund von Mäharbeiten evakuiert war, war es für die Kinder und uns ein tolles Erlebnis.

Am Abend fuhren wir zum Campingplatz, checkten ein und wurden zu unserem Zelt geführt. Alles schien bestens. Das Zelt hatte zwar einen defekten Reißverschluss, so dass wir nur einen der zwei Eingänge nutzen konnten, aber das schadete nicht. Dass uns für 6 Personen nur 5 Stühle vor dem Zelt bereitstanden, tat dem Mitarbeiter von Eurocamp sehr leid und er brachte uns umgehend einen weiteren Stuhl.
Etwas mulmig, war uns bei dem Gedanken, dass die Kinder einen relativ weiten Weg alleine gehen mussten, wenn sie auf Toilette gingen. Also nur zu zweit und in der Nacht möglichst nicht oder nur mit einem Erwachsenen. Rings um uns herum standen viele weitere Zelte in denen aber scheinbar ausschließlich erwachsene Engländer waren. Kein Nachteil oder Problem in irgendeiner Weise, aber für die Kinder leider keine Spielkameraden. Da wir aber ohnehin hier nur eine Nacht verbringen wollten und gleich in der Früh nach Frankreich weiterfahren würden, war das okay.
Noch ein kurzer Abendausflug nach Lindau und dann hatten wir eine unerwartet bequeme und angenehme Nacht.

Am kommenden Morgen, nachdem wir alle erfahren mussten wie weit der Weg zu den Toiletten tatsächlich war, packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg.
In Lindau wurde noch schnell das ein oder andere eingekauft, dann setzten wir uns auf einen Parkplatz und frühstückten.

Gut gestärkt machten wir uns dann gemütlich auf den Weg nach Frankreich. Um Geld zu sparen und möglcihst viel von der Gegend zu sehen, vermieden wir es über Autobahnen zu fahren. Zwar dauerte es damit sehr lange, bis wir in die Nähe des Campingplatzes kamen, aber die Aussicht und die Eindrücke der Landschaft und der kleinen Dörfer durch die wir fuhren, war das völlig wert.
Problematisch wurde es dann, als wir am Abend unserem Ziel näher kamen.
Wir wussten, dass wir rechtzeitig am Campingplatz sein mussten um noch einen Mitarbeiter von Eurocamp anzutreffen, der uns unser Zelt zeigt. Das hätte auch alles wunderbar geklappt, wenn nicht...

Scheinbar hatte unser Navigationsgerät eine eigene Vorstellung von der Zufahrt zum Campingplatz. Trotz aktueller Kartendaten, war diese Zufahrt mit einer Schranke versperrt und zugewachsen und schien damit schon seit längerem nicht mehr benutzt worden zu sein.

Campingplatz Domaine de Chalain
Auf gut Glück kurvten wir nun durch die Gegend und folgten anderen Autos, die nach Camping aussahen. Oft vergeblich. Zwar fanden wir so einen wunderbaren Aussichtspunkt oberhalb des Sees, sahen von hier auch das gesamte Campinggelände und erhielten einen ersten Einblick vom bunten Treiben dort unten, aber eine Zufahrt war auch hier nicht zu sehen.
Nach einiger Weile fanden wir dann einen gut ausgeschilderten Weg, der aber leider nicht auf der Seite war, an der wir auf den See zugefahren waren. Egal. Wenig später waren wir an der Rezeption des Campingplatzes und ein freundlicher Mitarbeiter teilte uns auf Englisch mit, dass wir zu spät seien. Da wir alle kein Französisch sprechen, war wenigstens die Sprache schon mal sehr beruhigend.
Wir erfuhren, dass der Eurocamp-Treffpunkt nun nicht mehr besetzt sei, erhielten unsere Campingplatz-Karten für das Schwimmbad und eine genaue Wegbeschreibung zu unserem Zelt. Alles also doch gut verlaufen. Bisher.

Beim Zelt angekommen kam dann gleich die Ernüchterung. Das zelt war identisch mit dem Zelt in Lindau. Allerdings standen hier für die angekündigten 6 Personen nur 5 Betten bereit. Bei Eurocamp war niemand mehr zu erreichen, Eine Nachricht auf dem Eurocamp-Handy wurde nicht abgehört und auch ein Eintrag in der kontaktliste beim Eurocamp-Stand brachte keinen Erfolg.

Letztlich blieb mir nur, die Nacht auf einer Sonennliege zu verbringen, die ich ins Vorzelt stellen konnte. Die kommende Nacht war leider sehr unbequem und mangels Decken auch extrem kalt.

Im Hinblick auf die Toiletten mussten wir leider feststelen, dass es da in Frankreich völlig andere Standards gibt, als wir in Deutschland gewohnt sind. Zwar gibt es auf dem Campingplatz 8 oder 10 Tolettenhäuser, so dass diese von jedem Zeltplatz aus gut erreichbar sind, dort sind aber z.T. bei weitem nicht genügend Toiletten vorhanden Die wenigen Toiletten haben in der Regel keine WC-Brillen und man überlegt sich gerne mehrfach, ob man diese dann überhaupt benutzen möchte, geschweige denn, ob man sein Kind dorthin schicken möchte.
Glücklich waren wir dann, als wir eher zufällig in einem der anderen Toilettenhäuser eine Schüssel mit Brille fanden, die scheinbar eher unbekannt und daher meist sauber war. Dummerweise wurde nur hier immer genau dann gereinigt (und dher gesperrt) wenn wir sie, nach dem Frühstück, gerne benutzt hätten. Aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben.

Am kommenden Vormittag bekamen wir dann Besuch von Eurocamp. Unsere Nachricht sei erst gegen 22 Uhr abgehört worden, aber man wollte uns nicht mehr stören. Naja, u dieser Zeit haben wir noch vor dem Zelt gesessen, aber was solls. Wir bekamen nun relativ schnell das fehlende Bett, weitere Decken und auch ein fehlendes Besteck wurde gleich aufgestockt. Im Verlauf der Woche stellte sich dann heraus, dass die Töpfe viel zu klein für 6 Personen, das Gas-Kochfeld sehr ungünstig schief stand und auch hier der Reißverschluss des Zelt-Eingangs nicht funktionierte.

Gerechterweise muss ich aber betonen, dass dies kein typischer Eurocamp-Fehler ist. Eurocamp beschäftigt Mitarbeiter, oft Studierende oder Senioren, die ihre Ferien auf Campingplätzen verbringen. Dort die Besucher empfangen, die Unterkünfte vorbereiten und als Ansprechpartner bereitstehen. Häufig sind diese aus England und sprechen somit in erster Linie Englisch. Neben einer finanziellen vergütung - ob hoch oder nicht ist hier zweitrangig - genießen sie dafür einen vergleichweise günstigen Urlaub mit viel Freizeit. Wenn dann aber was nicht stimmt, ist es für Eurocamp erst im Nachhinein erkennbar, wenn sich die Gäste beschweren, was dann aber - in diesem Fall - sehr profesionell und kundenfreundlich gehandhabt wird. Wir erhielten gleich nach unserer Rückkunft einen Anruf und uns wurde eine angemessene Entschädigung angeboten.
Soviel zu Eurocamp.

Unsere Zeltnachbarn waren auch hier in erster Linie Engländer, auf der anderen Seite viele Niederländer. Was uns sehr geärgert hat, war dass hier zunächst ein sehrfreundlicher Ton herrschte, dieser dann aber getrübt wurde, als wir hörten, wie abends im Zelt über uns Deutsche gelästert wurde. Da meine Lebensgefährtin selbst Niederländerin ist und auch ich einen Teil der Sprache gut verstehen kann, war das sehr befremdlich. Als wir am kommenden Tag beim Essen saßen und die Nachbarn wieder mal dachten wir würden sie nicht verstehen, konnten wir uns einen Kommentar auf Niederländisch nicht verkneifen. Die Gesichter wurden rot und es war ab diesem Zeitpunkt sehr still im Nachbarszelt.

Abgesehen von diesen Mankos auf dem Campingplatz war es ein sehr schöner Urlaub. Wir machten Ausflüge zu einem lokalen Wochenmarkt, nutzten die Zeit zum Baden im See, oder wanderten um den See herum. Ein Ausflug nach Besancon verknüpfte Erlebnis mit Bildung. Hier gibt es eine alte Zitadelle, die heute unter anderem ein Deportations-Museum beherbergt. Hier werden sehr umfangreich und unverschönt Relikte aus der Zeit des Nationalsozialismus gezeigt, die das Ausmaß und die Grausamkeiten des zweiten Weltkriegs sehr viel besser veranschaulichen als dies bei den oft familiengerecht zensierten Ausstellungen in Deutschland der Fall ist. Natürlich lässt sich auch hier das wahre Grauen dieser Zeit nur erahnen, aber wer sieht, dass z.B. Schrumpfköpfe von jüdischen Kindern als Stiftehalter genutzt wurden, der beginnt seine bisherige Einstellung und wachsende Gleichgültigkeit gegenüber dieser Zeit zu überdenken. Natürlich sollte man dieses Museum nicht mit kleinen Kindern besuchen, ohne diesen Besuch begleitend nachzuarbeiten. Hier wird unverschönt auf die Grausamkeiten hingewiesen, ohne diese jedoch sensationslüsternd zur Schau zu stellen.
Multimediashow zur unbezwingbaren Festung
Präsentation in der Chapelle Saint-Etienne
(c) www.citadelle.com

Besonders interessant ist auch der Rundgang über die Befestigungsmauern der Zitadelle und ein kurzer Aufenthalt in der Chapelle Saint-Etienne, wo eine eindrucksvolle Multimediapräsentation die Geschichte der Zitadelle als unbezwingbare Festung erzählt.

Der Besuch der Zitadelle mit Museum kostete uns € 32 (Familienpass, 2 Erwachsene und alle Kinder ohne Einschränkung).
Für das Museum gibt es am Eingang Audioguides in verschiedenen Sprachen, die durch die Ausstellung  führen. Leider waren hier nur 2 Geräte auf Deutsch verfügbar, die funktionierten. Ein kleines Minus für diesen Ausflug, das aber nicht weiter tragisch war. In jedem Raum gibt es am Eingang Infokarten in verschiedenen Sprachen, die den jeweiligen Raum mit den Exponaten beschreiben und am Ausgang wieder abgelegt werden.
Nach der Zitadelle fuhren wir in die Stadt Besancon. Leider fanden wir hier nur Parkplätze für Kurzparker, so dass wir nach kurzer Zeit wieder aufbrachen.
Die Rückfahrt nach Deutschland war ein weiteres Abenteuer. Wieder auf Wegen fernab der Autobahnen gerieten wir in der französischen Schweiß mitten in eine Umleitung wegen eines Autorennens. Wohin wir auch fuhren, immer wieder schienen wir in die selben Absperrungen zu gelangen, bis wir schließlich doch einen Umweg fanden, auf dem wir bis nach Deutschland kamen. 

Alles in allem war der Urlaub eine schöne und erholsame Sache. Obwohl wir persönlich in Zukunft lieber wieder auf die besser ausgestatteten Mobilheime zurückgreifen möchten, werden wir Campingplätze sicher wieder in unsere Überlegungen einschließen. Ob es wieder Frankreich sein muss, ist noch dahingestellt, aber die Welt ist ja groß genug.
Insgesamt hat uns der Urlaub übrigens etwa € 700 gekostet, was mir mit Unterkunft, Essen, Fahrtkosten und Ausflügen für 5 Tage durchaus akzeptabel erscheint, auch wenn wir uns das leider sicherlich nicht jedes Jahr leisten können.

Sonntag, August 21, 2016

Campingurlaub in Frankreich

Gerade sind wir von unserer Campingwoche zurückgekommen.
Wir haben uns über die Firma Eurocamp ein vollständig eingerichtetes Bungalowzelt gemietet und konnten so mit weniger Gepäck anreisen.
Wie der Urlaub verlaufen ist und ob es die richtige Entscheidung war, erfahrt ihr hier in Kürze.
Wir packen jetzt erst einmal alles aus, waschen gleich die vierte Ladung Wäsche und erholen uns von der doch sehr langen Autofahrt.

(© Eurocamp ist ein Handelsname der Greenbank Holidays Ltd. Die Nennung erfolgte lediglich im Rahmen dieses redaktionellen Blogeintrags und stellt keine Werbung oder sonstige Verbindung zum Reiseveranstalter dar.)

Donnerstag, August 04, 2016

Ein Ausflug in den Freizeitpark

Ein Ausflug in den Freizeitpark
Wenn der Urlaub mit der Großfamilie schon fast unbezahlbar ist, dann  darf es doch wenigstens ein Ausflug in den Freizeitpark sein, oder?
Wer denkt, das ist finanziell leichter zu stemmen, ist aber meist auf dem Holzweg.
Bei Eintrittskarten zum Preis von etwa € 30,- je Person kommt eine 5köpfige Familie schnell auf € 150,-. Mit Anfahrt, Parkplatz, Essen, Eis sind es dann schnell um die 200 Euro. Und dann werden zunehmend in den Parks noch viele Dinge gegen zusätzliche Gebühren angeboten. Ist es das wert?

Wer jeden Cent mehrmals umdrehen muss und sich bewusst ist, wie lange eine angestellte Person für 200 Euro arbeiten muss, kommt da sicher schnell zu der Entscheidung auf den Parkbesuch zu verzichten. Dass dies aber nicht immer so sein muss, durften wir vergangene Woche erleben und ich möchte euch hier nicht nur von unserem Tag erzählen, sondern im Anschluss auch verraten, wie wir - und das könnt ihr auch - einen vergleichsweise günstigen Tag im Legoland verbringen durften.

Ich würde meinen Kindern gerne häufiger den Besuch von Freizeitparks ermöglichen, da ich dies in meiner eigenen Kindheit auch immer wieder mal genießen durfte und ich mich an schöne und ausgelassene Tage erinnere. Wenn ich jedoch die Kosten für 6 Eintrittskarten und das obligatorische nebenher beim Parkbesuch bedenke, dreht sich mir schnell der Magen um und ich brauche gar nicht mehr auch nur an eine Achterbahnfahrt im Park zu denken, damit mir übel wird.
Geht man von einem Teilzeit-Gehalt als Angestellter mit durchschnittlich 800 Euro aus, wäre damit über ein Viertel der Monatseinnahmen futsch. Das halte ich persönlich für nicht akzeptabel und damit ist das Thema in der Regel sehr schnell vom Tisch. Innerlich zerreibt es einen aber dann doch, dass man seinen Kindern diese kleinen Freuden nicht ermöglichen kann, also wird überlegt und getüftelt, wie es denn doch möglich wäre und leider kommt man dabei selten zu einer Lösung.

Glücklicherweise stieß ich per Zufall im Internet auf einen alten Zeitungsbericht über eine Möglichkeit, als Kinderreiche Familie ins Legoland zu fahren. Ein wenig Recherche, ein Anruf, eine Email mit den Geburtsurkunden der Kids und wir hatten 5 Freikarten. Zwar mussten wir die 6. Karte selber kaufen, dies war aber dann doch irgendwie zu verkraften und so nahmen wir die Gelegenheit gerne wahr.

Auch wenn die Tickets auf einen Wochentag während der Schulzeit festgelegt waren und uns somit nur etwa 5 Stunden im Park blieben, die Kids am Abend sehr spät ins Bett kamen und am nächsten Morgen müde in der Schule saßen, wurde uns so ein sehr schöner und erlebnisreicher Nachmittag ermöglicht. Hierfür möchte ich mich auch an dieser Stelle nochmals bedanken.

Wie wir an die Karten gekommen sind, dazu später mehr.

Jetzt aber zunächst einmal ein kleiner Bericht über unseren Tag im Legoland Deutschland.
Nachdem wir die Kinder gleich nach der Schule abgeholt haben (bei 3 verschiedenen Schulen und nur einem Auto ist allein das schon eine Herausforderung), sind wir direkt auf die Autobahn und ab Richtung Günzburg. Glücklicherweise ist das nun nicht ganz so weit von uns weg, so dass wir gegen 14:30 unser Auto auf dem Legoland-Parkplatz abstellen konnten. Leider waren nur zwei Kassen geöffnet und wir hatten natürlich wieder mal einen schwierigen Fall vor uns. Sprachprobleme, Falsche Tickets online gekauft, ein ziemliches Durcheinander und für uns knapp 20 Minuten Schlangestehen. Kurz vor 3 waren wir dann aber doch endlich dran. Die Tickets in Empfang genommen, gelich den Parkschein bezahlt und ab in den Park. Schnell einen Notfall-Treffpunkt ausgemacht, falls man sich im Gedränge verlieren sollte und nun immer der Menge nach.
Das erste Fahrgeschäft zeigte uns leider schon einen Planungsfehler auf. Zwar hatten wir weitgehend auf Taschen und Rucksäcke verzichtet, eine Handtasche hatten wir aber doch dabei und die sollte nun in einem Regal abgestellt werden, da sie nicht mit in die Bahn durfte. Nennt mich über-ängstlich,  aber mir war dabei absolut nicht wohl. Auch wenn es in diesem Fall (wie auch sicher in vielen oder allen anderen Fällen) gutgegangen ist, war es ein dummes Gefühl, die Tasche mit Geld, Handy, Ausweisen und Schlüsseln einfach und für jeden zugänglich dort abzulegen.
 Die "Techno-Schleuder", vielleicht aus anderen Parks bekannt als "verrückte Teeparty"oder auch einfach als "Kotzmühle", offenbarte ein weiteres Problem, dass bereits aus einem früheren Besuch im Heidepark bekannt war: Die Karusells sind einfach nicht auf Großfamilien ausgelegt.
Zwar konnten wir uns einigermaßen bequem, alle sechs in die Gondel setzen, schnell kam aber eine freundliche Mitarbeiterin des Parks zu uns und wies uns auf die Höchstgrenze von 5 Personen hin.
Nix wars mit dem gemeinsamen Familienspaß. Also zwei von uns wieder rausund in eine andere Gondel, damit nicht einer ganz alleine fahren musste und los gings. Auch hier mussten wir vorab die Tasche abstellen, während der Fahrt unbeaufsichtigt lassen und danach abholen, in der Hoffnung, dass nicht doch jemand "versehentlich" danach oder hineingegriffen hatte.

Gleich nach der Fahrt also zurück zum Eingang in der Hoffnung die Tasche in einem der bereitgestellten Schließfächer zu deponieren.
Hier gibt es zwei Wände mit Schließfächern, ähnlich der Packstationen, die von der Post aufgestellt werden. Die Nutzung der Schließfächer kostet 2 oder 4 Euro je nach Größe. Leider waren alle Fächer der einen Wand belegt. An der anderen Wand waren ein paar wenige große Fächer frei, hier nahm der Automat aber das Geld nicht an. Also mit Tasche zurück und weiter.

Ab jetzt beschlossen wir, die Fahrten nacheinander zu machen, bei denen die Tasche nicht mitgenommen werden durfte, oder verzichteten als Eltern ganz darauf und ließen die Kids alleine fahren.
Vorbei an vielen Eis- und Ess-Ständen mit sehr selbstbewusster Preisgestaltung und einem kurzen Zwischenstop am "Affentheater" mit einem wirklich guten Ballonkünstler, durchkreuzten wir so den Park und freuten uns mit über jedes Lachen im Gesicht der Kinder.
Besonders gefallen haben uns allen:
  • die Tempelexpedition
    ein ruhiger Fahrspaß mit harmlosen Lichtpistolen. Auf dem Weg durch eine Ägyptische Szenerie gilt es damit im Zweierteam diverse Lichter abzuschießen und Punkte zu sammeln.
    (-) die Punktetafel am Eingang ist leider durch die wechselnde Farbbeleuchtung nicht klar erkennbar und so weiß man nicht wirklich, welche Lichter die meisten Punkte geben. Lustig wars trotzdem.
  • Flying Ninjago
    Ein Fluggerät mit individueller Steuerung.
  • Feuerdrache
    Eine Achterbahn. Es beginnt ganz ruhig und gemütlich bei gedämpftem Licht in einer Drachenhöhle, geht dann aber unerwartet in eine rasante Achterbahnfahrt über.
  • Project X Lego Teststrecke
    die vermutlich rasanteste Achterbahn im Park. Eine lange Steilabfahrt und viele Kurven.
  • Techno Schleuder
    viele Gondeln, die sich auf einer schnell drehenden Bodenscheibe befinden und von den Insassen nach Belieben noch weiter gedreht werden können. Herumwirbeln so viel man will.
  • Lego City Polizeistation
    Ein Spiegellabyrinth mit einigen interessanten Effekten. Die Spiegel waren bei unserem Besuch fast ausnahmslos 100% sauber und absolut nicht zu erkennen, so dass der Spaß auch bei vielen Besuchern vor uns nicht getrübt wurde. Empfehlung: Wenn jemand vor euch geht, lasst etwas Abstand oder nehmt einen anderen Weg.
  • Kids Power Tower
    Mit Muskelkraft (und automatischer Unterstützung drch das Gerät) ziehen sich die Kinder hier selbständig einen kleineren Free-fall Tower hinauf, bevor sie sich dann wieder, etwas gebremst herunterfallen lassen. 
Da die Fahrgeschäfte bereits eine Stunde vor Parkschluss den Betrieb einstellen, bleibt am Ende noch genügend Zeit, die Bauwerke aus Legosteinen zu besichtigen. Hier war dann aber die Gefahr ein Kind aus den Augen zu verlieren viel größer als erwartet, da sich die Interessen doch sehr spreizen. Der Besucherstrom zum Parkplatz entzerrt sich durch die vorzeitige Schließung der Fahrgeschäfte deutlich und der Tag im Park endete für alle entspannt und zufrieden.
Alles in Allem war der Besuch eine runde Sache und ist durchaus zu empfehlen.

Was uns am Legoland-Park jedoch etwas gestört hat ist folgendes:
Die Eingänge der Attraktionen weisen zum Teil keine weiteren Infos über das jeweilige Fahrgeschäft auf. Man stellt sich damit irgendwo an und hat keine Ahnung was einen erwartet. Das mag zwar spannend sein, ist aber im Hinblick auf z.B. Achterbahnen und eventuelle gesundheitliche Einschränkungen/Schwangerschaft, etc. nicht wirklich vertretbar. Wenn man dann erkennt, wofür man bereits eine Weile angestanden hat, ist es zu spät aus der Reihe auszutretetn und man muss sich entweder beim Zutritt in das Fahrzeug gleich wieder zum Ausgang begeben oder man nimmt das Fahrrisiko auf sich. Auch ist es nicht wirklich sicher, ob der Eingang zur gerade gesehenen Attraktion gehört.
Auch das Manko mit den Schließfächern, die nur in unzureichender Menge vorhanden sind, darüber hinaus nicht funktionieren und dann noch preislich total überteuert sind, war sehr trübend.
Hier sollte der Park ein wenig nachbessern.

Was ich allen Parks gemeinsam vorwerfe, ist die Tatsache, dass sie sich alle als Freizeitspass für die Familie sehen wollen. Familien können sich den Besuch aber oft nicht leisten. Hier sollte es bessere Angebote für Familien geben. Dass das möglich ist, zeigen Beispiele aus anderen Ländern und auch die Tatsache, dass vereinzelte Parks in regelmäßigen Aktionen Freikarten und Ermäßigungsgutscheine rausschmeißen beweist mir, dass finanziell nicht ganz so knapp kalkuliert wurde.

Nun aber die versprochenen Infos, wie auch ihr euch einen Besuch im Freizeitpark mit der Familie leisten könnt:
  • Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind
    Legoland stellt der Landesstiftung jährlich etwa 160 Freikarten für Familien zur Verfügung. Diese werden dann auf Anfrage verteilt. Die Landesstiftung unterstützt seit über 38 Jahren kinderreiche Familien, alleinerziehende und schwangere Frauen, die unverschuldet in Not geraten sind. Infos zur Landesstiftung und den Legoland Karten: www.landesstiftung-mutter-kind.de/ (hier bei der Seiteneigenen Suche "Legoland" eingeben)
  • Gutscheine
    Diverse Parkbetreiber gehen vor den Ferienzeiten umfangreiche Werbepartnerschaften ein. Allen voran der Betreiber Merlin Entertainment (Heidepark, Legoland, Sealife, ...). Hier werden großzügig 2für1 Gutscheine auf diverse Lebensmittelpackungen geklebt so dass der Eintritt für Familien idealerweise nur noch die Hälfte kostet. Eine Übsersicht über aktuelle Gutscheinaktionen gibt es hier: http://www.parkerlebnis.de/heidepark-gutschein-liste
  • Familien Jahreskarte
    Da mehrere Parks und Attraktionen zu einem einzelnen Betreiber gehören, lohnt sich möglicherweise die Anschaffung der auf den ersten Blick nicht sonderlich günstigen Jahreskarten. Ab 69,- Euro je Person hat man mit der Deutschland-Jahreskarte Zugang zu 15 Atraktionen. Darunter sind neben den diversen Sea-Life Aquarien (alle mit unterschiedlichen regionalen Schwerpunkten) auch Legoland (D, Dk), Heide Park, Gardaland (I), Hamburg / Berlin Dungeon, Madame Tussauts (D, NL, A). Darüberhinaus gibt es einzelne weitere Vergünstigungen wie etwa freies Essen für Kids oder Vergünstigungen in den Shops. Wer also ohnehin absehen kann, dass die Familie für einen Urlaub in Deutschland unterwegs sein wird, kann davon sicherlich profitieren. Infos unter: http://www.merlinjahreskarte.de/ 
Ich hoffe, dass ich euch damit den ein oder anderen hilfreichen Tipp geben konnte und freue mich auf Eure Kommentare.

Samstag, August 15, 2015

Eine besondere Herausforderung: Spielen in der XXL-Familie

Spiele sind wichtig. Sie fördern die Gemeinschaft, vermitteln wichtige Kompetenzen für Schule, Beruf und Leben, vertreiben Kummer und Langeweile und machen vor Allem vel Spaß.

Schwierig wird es aber, sobald die Familie größer wird. Nur wenige Spiele sind von Hause aus für mehr als 4 Mitspieler gedacht, bei 6 Mitspielern wird die Auswahl noch überschaubarer und danach ist in den Spieleregalen der Kaufhäuser meist ganz Schluss.

Nachfolgend haben wir einmal eine Aufstellung gemacht, welche Spiele aus unseren eigenen Spieleregalen für XXL-Familien geeignet sind. In diesem Beitrag beschränken wir uns dabei weitestgehend auf die Gesellschaftsspiele. Gruppenspiele und eigene Spielevariationen werden in Kürze in weiteren Beiträgen behandelt.
http://www.aha-webdienst.de/container/spiele-gesellschaft.pdf
Bild anklicken für den PDF-Download der Spieleliste

Welche Spiele fallen Euch noch ein? 
Bitte kommentieren. Wir werden diese Liste gerne regelmäßig erweitern.

Montag, August 10, 2015

Sparen in der XXL-Familie - Wir beginnen schon beim Frühstück

Eins steht fest: 
Der Einkauf für eine Großfamilie sprengt schnell den Einkaufswagen und Geldbeutel; dabei lässt sich ganz schnell sehr viel Geld sparen ohne auf Qualität zu verzichten, wenn man nur an den richtigen Stellen ansetzt.

Ein Rechenbeispiel:
Wir essen durchschnittlich in der Woche zum Frühstück etwa 4-5 Brote (je 1/2 Kg) und am Sonntag noch jeder ein Brötchen dazu. Je nach Händler (Discounter oder Bäcker) kostet ein Brot im Schnitt mindestens einen Euro, jedes Brötchen etwa 20-30ct, macht in der Woche etwas über 6 Euro. Rechnet man dies im Jahr hoch:  6 Euro x 52 Wochen = 312 Euro für Brot und Brötchen im Jahr.
Gelegentlich haben wir früher Brote mit dem Brotbackautomaten selber gemacht. Das Ergebnis hat uns nicht wirklich überzeugt. Ein Loch im Brot (vom Rührhaken in der Backform) und die irgendwie immer gleiche Kruste, machten die Brote schnell langweilig und unbeliebt, weshalb das gerät irgendwo in eine hintere Schrankecke gewandert ist.

Vor etwa einem Jahr haben wir dann aber angefangen, Brote einfach im Backofen selber zu backen. Ein einfaches Grundrezept, fast unerschöpfliche Variationsmöglichkeiten und ganz wenig Aufwand führen zu Broten, bei denen unsere Kids auch jetzt immer wieder sagen, dass das Brot heute aber wieder mal besonders lecker war. Am Wochenende werden statt einem Brot einfach Brötchen gemacht, oder eben beides.

Der Aufwand ist wirklich minimal. Etwa 5-10 Minuten für den Teig, in die Kastenform damit, eine knappe Stunde aufgehen lassen und dann eine halbe Stunde backen. Fertig. 

Die Knethaken und Rührschüssel sind viel schneller sauber als beim Brotbackautomaten, da dies bereits nach dem Kneten und nicht erst nach dem Backen erledigt werden kann. Die Backform wird dank vorigem Einfetten nur kurz ausgewischt und ist auch gleich wieder bereit für das nächste Brot.

Das Grundrezept ist schnell auswendig gelernt:
500g Mehl
1 Tütchen Trockenhefe

1 knapper Teelöffel Salz
3 Teelöffel Zucker
1 EL Öl
etwa 300ml Wasser

Die Backzeit variiert je nach Backofen. Bei uns ist es etwa eine halbe Stunde bei 200°C. Als Anhaltspunkt einfach die Brotkruste beobachten. Sie sollte gleichmäßig dunkelbraun sein und bei leichtem Druck mit einem Kochlöffel oder hitzeerprobten Finger (Fingernagel) nicht mehr nachgeben. Das Brot dann mit der Form gleich auf ein Kuchengitter stellen und etwas abkühlen lassen. Es zieht sich dabei etwas zusammen und sollte sich dann problemlos durch Kippen aus der Form lösen. Der untere Teil des Brotes ist nun noch weich, härtet aber beim Abkühlen noch etwas nach.

Nach einigen Broten kann man die Waage getrost beiseite lassen und mischt alles nach Gefühl, bis der Teig die richtige Konsistenz hat. So ist ohnehin schon jedes Brot anders.
...und dann wird experimentiert:
  • Das Wasser durch Milch ersetzt, ein Eigelb dazu und es gibt ein herrliches süßes Brot.
  • Das Grundrezept durch Zugabe von Knoblauch, Zwiebeln, Chilli, Paprika, Gewürzen, ...
    ganz nach Belieben abwandeln. Hauptsache, die Konsistenz des Teigs bleibt etwa gleich, dann klappt das auch beim Backen.
  • Zucchini, Kartoffeln, Tomaten, etc. schmecken hervorragend als Brotgrundlage. Einfach in der Küchenmaschine raspeln und einenTeil des Wassers dadurch ersetzen. Das Gemüse besitzt so viel Flüssigkeit, dass das problemlos geht. Hier ist aber etwas Experimentieren erforderlich um ein Gefühl für die richtige Menge zu bekommen. Ich selbst habe gute Erfahrungen mit einer kleinen Zucchini und halber Menge Wasser gemacht. Das gesamte Wasser zu ersetzen führte bisher immer zu einem sehr nassen Teig, der beim Backen nicht ausreichend trocknet.
Jetzt aber zu den Kosten beim Selberbacken:
Aus einem Paket Mehl (35ct.) bekommen wir 2 Brote. Kosten für Salz, Zucker und Hefe sind minimal und fallen nicht ins Gewicht. Alles zusammen kommen wir je Brot auf höchsten 40ct. Gesamtkosten. Aus der gleichen Menge Teig lassen sich für das Wochenende bequem 12 Brötchen formen. Je Woche kommen wir so auf unter 3 Euro, was der Hälfte des Fertigkaufpreises von vorhin entspricht. Wir sparen so allein beim Frühstücksbrot demnach über 150,- Euro jährlich.

Nicht berücksichtigt sind hier die ganzen Brote, die wir zusätzlich backen; etwa zum Grillen, zur Suppe, für Ausflüge, fürs Abendbrot, etc. Auch wenn wir gelegentlich die ein oder andere Fertigbackmischung aus dem Discounter verwenden wenn es sogar ausnahmsweise noch leichter und schneller gehen soll: Auf das selbstgebackene Brot möchte hier keiner mehr verzichten.

Süße BrötchenWer es lieber etwas süßer mag und am Sonntag auf Marmelade, Schokocreme oder Honig schwört, bevorzugt vielleicht die süße Variante:Statt Wasser einfach Milch verwenden und ein Eigelb unter die Masse kneten. Schon gibt es lecker luftige, süße Brötchen.
Ich mische meist noch ein Tütchen Vanillezucker und/oder ein Päckchen Vanillepudding mit in den Teig. Dann duftet und schmeckt es noch leckerer.
Wer will, kann natürlich auch ganz nach Belieben Nüsse, Rosinen, getrocknete Früchte, Schokotropfen, ... mit in den Teig geben. 
Euer Vorratsschrank ist die einzige Grenze der Phantasie.

Tipp für noch lockereres Brot
Inzwischen bin ich dazu übergegangen, den Brotteig (je nach Brot) etwas feuchter anzurühren und ihn dann in der Backform länger aufgehen zu lassen. Hier muss aber regelmäßig kontrolliert werden, da es gerne passiert, dass der Teig über die Form hinausquillt. Das sieht zwar für die Kids echt cool aus, ist aber eine riesen Sauerei beim Saubermachen.

Herzlich Willkommen


In Deutschland gibt es laut einer Internet-Statistik derzeit etwa 370.000 Großfamilien, das heißt Familien mit mehr als 3 Kindern. Etwa 800 dieser Familien bringen es sogar auf 10 Kinder oder mehr. Diese Großfamilien - im weiteren Verlauf des Blogs werde ich vorrangig die etwas modernere aber gleichbedeutende Bezeichnung XXL-Familie benutzen - haben meist mit vielen ähnlichen Problemen zu kämpfen. Offensichtlich sind hier der Bedarf für mehr Wohnraum und vollere Einkaufswägen.
Nur Wenige, die nicht selber in einer XXL-Familie wohnen, sind sich aber bewusst, dass dieses erst die Spitze des Eisbergs ist. Oft fallen Kommentare wie: "Habt ihr kein anderes Hobby?" oder "Mit dem ganzen Kindegeld könnt ihr euch ja einiges leisten". Diese Sprüche sind nicht nur dämlich und beleidigend, sonden auch ein deutliches Zeichen für Unwissenheit. Wer denkt schon darüber nach, dass eine große Familie nicht nur mehr Betten für die Kinder unterbringen muss, sondern auch mehr Kleidung, Essen, Geschirr, Handtücher, Spielsachen, ... Platzbedarf und Kosten sind einfach enorm.
  • Schon die Küche ist eine wahre Herausforderung. Nicht nur dass in großen Mengen gekocht werden muss. Problematisch wird dies bereits beim Kochen einer einfachen Suppe. Kaum ein Topf ist groß genug und mehrere große Töpfe passen nicht gleichzeitig auf einen normalen Herd.
  • Ein Bad ist schon bei 5 Personen (die kleinste Form der XXL-Familie) schnell dauerbelegt, wenn es um die tägliche Hygiene geht. 
  • Gesellschaftsspiele für mehr als 4 Personen sind rar. Für mehr als  6 Personen fast nicht zu bekommen.
  • Schon ein einfacher Familienausflug verschlingt schnell mehr, als ein halbwegs sparsamer Single für eine ganze Woche Urlaub im Ausland benötigt.
  • ...
Wir sind eine 6-köpfige Patchworkfamilie. 
An dieser Stelle möchten wir über unsere Erfahrungen berichten, Tipps und Hilfestellungen geben.
  • Wir wollen gemeinsam mit anderen XXL-Familien nach Lösungen für gemeinsame Probleme suchen.
  • Wir wollen ein Forum schaffen, in dem XXL-Familien zu Wort kommen, sich verbünden und gemeinsam etwas bewirken können.
  • Wir wollen eine Plattform für alle XXL-Familien schaffen, um 
    • sich auszutauschen, 
    • sich mit Rat und Tat zu unterstützen,
    • Freundschaften zu schließen
    • sich schlichtweg besser zu vernetzen.
  • Wir wollen Firmen, Händler und Dienstleister wachrütteln: Großfamilien sind auch Großabnehmer und sollten daher entsprechende Konditionen bekommen.
  • Wir wollen Anbieter von Freizeitangeboten und Ferienunterkünften dazu bewegen, XXL-Familien mit ihren Preisen entgegenzukommen. Schon ein Tages-Familienausflug in den Freizeitpark, kostet für eine XXL-Familie ein halbes Vermögen.
  • Wir wollen, dass es XXL-Familien in Deutschland besser geht, dass Freizeit und Leben in XXL ebenso realisierbar ist, wie in der Kleinfamilie.
Je mehr von euch mitmachen, umso mehr Einfluss haben wir. 
Je mehr Einfluss wir haben, umso mehr können wir fordern und bewirken. 
Je mehr wir bewirken können, umso leichter und sorgloser wird unser aller 

Leben in der XXL-Familie.

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Auf geht's !